– EINE VERANSTALTUNG IM RAHMEN DER ULMER FRIEDENSDIALOGE  – 

 



 

Der verdrängte Jahrestag 22. Juni 1941

85 Jahre „Unternehmen Barbarossa“ – Der Überfall auf die Sowjetunion

Vortrag und Gespräch mit dem Osteuropa-Korrespondenten Reinhard Lauterbach

Mittwoch, 24. Juni, 19:30 Uhr

EinsteinHaus, Kornhausplatz 5, Ulm


Vor 85 Jahren, am 22. Juni 1941, begann die deutsche Wehrmacht den Vernich-tungskrieg gegen die Sowjetunion. Als der Krieg im Mai 1945 mit der bedingungs-losen Kapitulation Deutschlands zu Ende ging, hatte die Sowjetunion 27 Millionen Tote zu beklagen, davon 14 Millionen Zivilisten. Allein die Blockade Leningrads kostete zwei Millionen Menschen das Leben. Drei Millionen sowjetische Kriegs-gefangene starben in deutschen Lagern durch Hunger, Kälte, Krankheiten und Exekutionen. Auf deutscher Seite starben knapp vier Millionen Wehrmachtssoldaten.

Mit dem „Blitzkrieg“ wollte Adolf Hitler seinen strategischen Hauptfeind, die Sowjetunion, unterwerfen und das weite Land bis zum Ural zur deutschen Kolonie machen.

Die Erinnerung an den 22. Juni 1941 stand in der Bundesrepublik Deutschland immer im Schatten anderer Gedenktage. Zum 85. Jahrestag scheint die historische Dimension des 22. Juni 1941 erst recht nicht mehr in die auf »Kriegstüchtigkeit« getrimmte politische Landschaft zu passen.

Der Historiker und Slawist Reinhard Lauterbach verfolgt als Journalist seit vielen Jahren die Entwicklungen in Ost-europa. In seinem Vortrag befasst er sich mit dem Verlauf und der systematischen Vorbereitung des Feldzugs. Ein weiteres Thema sind die unterschiedlichen Er-innerungs- und Gedenkkulturen in Deutschland, Russland, der Ukraine und den anderen Ländern auf dem Gebiet der damaligen Kriegsschauplätze. Darüber hinaus geht es um die aktuellen Kontro-versen über „Instrumentalisierung der Geschichte“ und „Geschichtsrevisionis-mus“.

Summa summarum: Ein dringend notwendiger Beitrag in Zeiten neuer deutscher militärischer und geopolitischer Ambitionen.

Veranstalter: Ulmer Netz für eine andere Welt e. V. und Ulmer Volkshochschule e. V.