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Podcast aus der Radiosendung vom
Dienstag, 10.02.2026
auf free FM

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LIVEMITSCHNITT

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Warum riskieren junge Menschen aus afrikanischen Ländern immer wieder ihr Leben, um nach Europa zu gelangen? Die öffentliche Debatte darüber ist über weite Strecken von Unkenntnis und Fehleinschätzungen geprägt.


Keine Weltregion ist derart klischeebeladen wie der afrikanische Kontinent. Giraffen, Löwen, Elefanten – wer das Stichwort „Afrika“ in eine Suchmaschine eingibt, findet unter der Rubrik „Bilder“ vor allem Safari-Kitsch. Afrikaner:innen kommen in diesem Szenario kaum vor, wenn überhaupt als Servicepersonal für Touristen. Motto: „Africa is waiting for you“. In einem anderen Stereotyp stehen zwar Menschen im Mittelpunkt, sie sind aber nur Aufhänger für Spendenkampagnen großer Hilfsorganisationen. Die Botschaft lautet: Großzügige Europäer:innen unterstützen Afrikaner:innen in prekären Lebenslagen, zumeist im ländlichen Raum. Und dann gibt es noch ein drittes Szenario, das sich als Gegenentwurf begreift: Das aufstrebende, moderne und optimistische Afrika, häufig illustriert durch Skylines afrikanischer Megacities. Das Motto hier: Afrika, der „Chancenkontinent“.

Die Wirklichkeit ist: Afrika ist weder urbane Wachstumsmaschine noch Naturschauspiel noch rückständiges Dorfleben. Afrika ist hochgradig divers. Und zu dieser Diversität gehört auch, was spätestens in den Jahren 2014 bis 2016 unter dem Stichwort „Flüchtlingskrise“ ins kollektive Gedächtnis eingegangen ist. Ins Rampenlicht rückten nun „Fluchtursachen“. Das heißt, Fluchtursachenbekämpfung avancierte zu einer Art Mantra des politischen Betriebs. Die Zahl neu ankommenden Migrantinnen und Migranten sollte schnellstmöglich reduziert werden, teils durch restriktive Grenzpolitik, teils durch eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Herkunftsländern. Zentrales Problem dabei: Die öffentliche Debatte war und ist über weite Strecken – wieder einmal – von Unkenntnis und Fehleinschätzungen geprägt. Die Migrationsdebatte litt und leidet unter dem Umstand, dass sie vor allem um die Befindlichkeiten und Egoismen europäischer Länder kreist, nicht um die Gründe, warum junge Menschen aus afrikanischen Ländern immer wieder ihr Leben riskieren, um nach Europa zu gelangen. Sind es fehlende Arbeitsplätze, Gewaltkonflikte oder korrupte Regierungen? Sind es mehr?

Bei „Peace on Air – Das Ulmer Friedensradio“ haben wir am 10. Februar 2026 das Thema aufgegriffen mit der Sendung: „Flucht aus Afrika – Was sind die Ursachen“. Die Friedensredaktion hat dazu im Internet recherchiert, die Bücher „Brennpunkt Westafrika. Die Fluchtursachen und was Europa tun sollte“ von Olaf Bernau und „Fluchtursache Afrika. Was Menschen zum Gehen und was sie zum Bleiben veranlasst“ von Reinhard Brockmann studiert. Sie hat aber insbesondere aus persönlichen Gesprächen mit Menschen aus Afrika Informationen gesammelt.


Literaturempfehlungen zur Sendung:

  • Olaf Bernau, Brennpunkt Westafrika, Die Fluchtursachen und was Europa tun sollte, C.H. Beck Verlag, München 2022, ISBN 9783406782466
  • Reinhard Brockmann, Fluchtursache Afrika. Was Menschen zum Gehen und was sie zum Bleiben veranlasst, Aschendorff Verlag, ISBN 978-3-402-13326-2